Was wird aus den Locher Wiesen? Foto: Bürgerinitiative „Erhalt der Locher Wiesen“

Politik, 08.11.2011

„Viele Fragen, wenige Antworten“

Die Informationsveranstaltung der Reusrather CDU zu den „Locher Wiesen“ am Freitag stieß auf großes Interesse in der Bevölkerung.

 

Unmut

130 Bürger hätten den Weg in das Reusrather Schützenhaus gefunden, wo CDU-Ratsherr Dieter Braschoss fünf Konzepte einer möglichen Bebauung vorgestellt habe, so die sich für den Erhalt der Locher Wiesen einsetzende Bürgerinitiative. „Die Locher Wiesen schreien nach einer Bebauung“ – mit dieser Aussage habe sich Dieter Braschoss zu Beginn der Bürgerinformation den Unmut vieler Reusrather Bürger zugezogen, heißt es seitens der Bürgerinitiative weiter. „In der über zwei Stunden währenden Veranstaltung trugen die Bürger ihre Sorgen, Meinungen und Fragen zu dem Bauvorhaben vor. Antworten bekamen sie nur wenige“, erklärt Andreas Menzel, Sprecher der Initiative.

„Kuhhandel“

„Wir notieren uns alles und legen es der Stadtverwaltung vor“, habe Braschoss versprochen. „Neben dem Aspekt, dass ein weiteres grünes Stück Reusraths im Herzen des 7000 Einwohner zählenden Ortsteils von Langenfeld verloren ginge, wollten die Bürger wissen, wie man den Wassermassen in dem geplanten Baugebiet Herr werden möchte. Die Locher Wiesen sind ein Feuchtgebiet, welches regelmäßig bei Starkregen und durch einen angrenzenden Bach bei Überflutung bis zu 30 cm unter Wasser steht. Zusätzlich verhindert die Bodenstruktur ein rasches Versickern des Wassers, so dass die Wiesen über Wochen einem Moor gleichen. Was passiert mit der zu klein dimensionierten Kanalisation in den anliegenden Straßen? Seit mehreren Jahrzehnten laufen hier durch zurückdrängendes Regenwasser die Keller voll. Ein Problem, welches durch zusätzliche Bebauung und die damit verbundenen Versiegelung der Bodenflächen nicht minimiert wird!“, bilanziert Menzel. Laut Braschoss würde der Bauträger ein Regenrückhaltebecken errichten, welches einen Teil der Wassermengen, auch der anliegenden B8, auffangen solle. Andreas Menzel: „Das ist in meinen Augen lediglich ein Kuhhandel, der betrieben wird. Hier wird einem Bauträger Bauland versprochen, wenn im Gegenzug ein Regenrückhaltebecken errichtet wird. Die Probleme sind der Stadtverwaltung doch schon seit 20 Jahren bekannt. Unternommen wurde seitens der Stadtverwaltung nichts. Zudem darf stark bezweifelt werden, ob solch ein Becken alle vorhandenen Probleme lösen wird.“ Ratsherr Braschoss habe bestätigt, dass die Stadt den Bau eines Rückhaltebeckens bisher nicht angestoßen habe, da dies mit hohen Kosten für die Stadt Langenfeld verbunden sei, die aber nun der Bauträger übernehmen würde. Andreas Menzel: „Wofür zahlen die Bürger Kanal- und Abwassergebühren? Die Stadt Langenfeld brüstet sich damit, schuldenfrei zu sein, was ja auch lobenswert ist. Nur dann erwarten die Bürger auch, dass man sich völlig unabhängig von einer möglichen Bebauung um die Belange der Betroffenen kümmert. Mir stellt sich die Frage, warum man solch ein problematisches Projekt angehen möchte, wo in Langenfeld doch reichlich ausgewiesenes Bauland zur Verfügung steht. 95 Prozent der anwesenden Bürger haben sich Freitag gegen eine Bebauung ausgesprochen. Ich hoffe, dass die CDU weiterhin bürgernahe Politik in Reusrath und Langenfeld betreibt und ihre Entscheidung entsprechend ausfallen wird!“ CDU-Ratsherr Braschoss habe mehrfach betont, dass das letzte Wort über die Bebauung noch nicht gesprochen sei: „Wir werden uns Gedanken machen.” Am 17.11. um 18 Uhr findet im Langenfeld Rathaus eine öffentliche Sitzung des Planungs- und Umweltausschusses statt. „Dort wird über die Zukunft der Locher Wiesen entschieden. Hier können alle Bürger in einer Bürgerfragestunde ihre Meinung zu dem Thema äußern“, so Menzel.

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